Bruckmanns Radführer Schwarzwald mit Südschwarzwald Radweg

Tiefe Täler, hohe Berge, weite Blicke – der Schwarzwald ist ein klassisches Wandergebiet. Viele Radler werden von der Geographie abgeschreckt: Zum einen sind den meisten starke Steigungen zu anstrengend, zum anderen sind in vielen Tälern Rundwege für Tagestouren nur schwer möglich. Doch bei geschickter Auswahl gehen viele Stecken meist bergab – wobei es in in meinem Buch „Radführer Schwarzwald mit Südschwarzwald Radweg“ auch einige Vorschläge für sportliche Fahrer gibt. Sprich: ordentlich Höhenmeter. Worauf ich auch wert gelegt habe ist eine gute Erreichbarkeit der Anfangs- und Endpunkte mit der Bahn.

Das Buch kann direkt bei mir portofrei bestellt werden, auf Wunsch mit Widmung. Einfach eine E-Mail mit Adresse und Widmungstext an schmellenkamp ET aol PUNKT com mailen. Wer dies nicht tun möchte, dem empfehle, ich den örtlichen Buchhandel zu unterstützen. Und wer über Amazon bestellen möchte, bitte dabei auf diesen Link klicken, dann erhalte ich nämlich etwas Provision.

Schwarzwald bruckmann

Wer hätte das erwartet: im tiefsten Schwarzwald steht ein Dom, nämlich in St. Blasien.

Die Region zwischen Rhein und Neckar ist berühmt für die Kirschtorte, Kuckucksuhren und Bollenhüte, letztere werden übrigens traditionell nur in drei kleinen Dörfern getragen – eigentlich sind sie gar nicht „typisch“ für den Schwarzwald. Es gibt nämlich viel, was man dort gar nicht erwartet – zum Beispiel einen Dom. Auf einer Radtour faszinieren vor allem die ständig wechselnden Blicke auf unterschiedliche Landschaften: Enge Täler, die bei der Fahrt bergab immer offener werden und weite Blicke – manchmal bis zu den Alpen oder Vogesen.
Wenn diese Touren in Richtung Rhein gehen, begreift man, wieso die Kirschtorte zum Schwarzwald passt: In den Hochlagen grasen Kühe, die Milch für die Sahne liefern, in tiefer gelegenen Gebieten gibt es viel Obst, aus dem auch Schnaps gebrannt wird. Und in der Rheinebene wächst Getreide – nur die Schokolade für die Torte kommt aus Übersee. Erfunden wurde sie allerdings weiter rheinabwärts: Angeblich 1915 in Bad Godesberg. Dies und vieles mehr werden Sie auf den ausgewählten Touren durch eine der abwechslungsreichsten Regionen Deutschlands kennenlernen.

Eine von 18 Tourenvorschlägen im Buch: Der „Südschwarzwald Radweg“

Im Buch werden insgesamt 18 Touren beschrieben, ein Höhepunkt ist der „Südschwarzwald-Radweg“. Man sollte dafür mindestens drei bis vier Tage einkalkulieren, kann ihn jedoch auch in zwei Wochen fahren: Unterwegs gibt es nämlich viel zu besichtigen. Zu diesem folgt nun eine Kurzbeschreibung – im Buch gibt es viel mehr Infos sowie Karten.

Der rund 240 Kilometer Südschwarzwald-Radweg ist ein Rundkurs mit einer Besonderheit: Zwischen Kirchzarten und Hinterzarten gibt es eine Passage mit rund 800 Höhenmetern Anstieg, die jedoch bequem per Bahn überwunden werden kann. Ansonsten gibt es auf der Strecke keine längeren Steigungen – jedoch ab und zu kurze Anstiege.

Schwarzwald Bruckmann

Der "Südschwarzwald Radweg" ist meist gut ausgeschildert.

Die Strecke führt durch eine sehr abwechslungsreiche Region: Ab Hinterzarten – dort gibt es ein Skimuseum – kommt zuerst der Hochschwarzwald mit dem Touristenmagneten Titisee, einer der wenigen Orte im Schwarzwald mit Massentourismus: Geschäfte mit allerlei Nippes, Andenken und Kleidung, die Touristen kommen aus der ganzen Welt. Am 1,3 Quadratkilometer großen See kann man unter anderem Tret- und Ruderboote mieten oder eine Bootsfahrt unternehmen. Hier wie in vielen anderen Orten auf der Tour gibt es diverse Unterkünfte.

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Bei Lenzkirch führt der Weg über ein Viadukt, dort fuhr früher eine Eisenbahn.

Dann geht es weiter bis Lenzkirch und ab dort auf einer stillgelegten Eisenbahntrasse durch Wald bis Bonndorf. Kurz nach dem Ort führt die Route über eine Eisenbahnbrücke: Das Klausenbachviadukt mit 46 Metern Spannweite ist über 100 Jahre alt und wurde aufwendig renoviert.

Ungefähr bei Kilometer 40 ist Bonndorf erreicht. Mein Tipp: Ein Picknick im Japanischen Garten machen, der sich rund 500 Meter unterhalb des Schlosses befindet. Dort gibt es einen Pavillon im Stil einer Pagode, exotische Pflanzen, plätschernde Bäche und kleine Teiche. Das über 400 Jahre alte ehemalige Wasserschloss wurde in den 70er Jahren restauriert und ist nun Kulturzentrum. In den Narrenstuben können unter anderem mehr als 400 Fasnachtsfiguren sowie viele Holzmasken besichtig werden.

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Bizarrer Wasserspeier beim Schloss Bonndorf.

Einige Kilometer später radelt man über Nebenstraßen bis Lausheim – seit 2008 das erste Bioenergiedorf der Region. Im Ort wird sechs Mal so viel Strom erzeugt, wie dort verbraucht wird. Außerdem gibt es unter anderem ein Blockheizkraftwerk, das auch umliegende Gebäude mit heißem Wasser versorgt. Jetzt nicht zu schnell fahren: Zwei Kilometer nach dem Ortsausgang gibt es nämlich rechts im Weiler bei Stühlingen-Blumegg eine der ältesten, in großen Teilen noch vollständig erhaltenen Mühlen Deutschlands zu sehen.

Bei Kilometer 83 erreichen wir eine Infotafel zum benachbarten Tiengen, es hat einen schönen Stadtkern. Interessant sind besonders die großen historischen Wandmalereien auf den Gebäuden. Markant ist der Storchenturm, der untere Teil stammt aus dem 13. Jahrhundert, der obere ist 200 Jahre älter. Das Schloss steht etwas erhöht in der Altstadt.

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Manchmal führt der Weg direkt am Rhein entlang.

Rund acht Kilometer später ist der Rhein in Sicht und bald darauf Waldshut. Nun verläuft die Route rund 40 Kilometer bis Rheinfelden auf der deutschen Seite des Rheins. Interessant ist die deutsch-schweizerische Stadt Laufenburg: Dort hat sich eine der ältesten Fasnachten im süddeutschen Raum erhalten, sie wird grenzüberschreitend gefeiert. Hauptträger der Fasnacht ist die Narro-Altfischerzunft, ihre Entstehung geht bis ins Jahr 1386 zurück. Sehr schön ist Bad Säckingen mit dem berühmten Trompeter – eine Skulptur steht im Schlosspark – und der langen Holzbrücke über den Rhein.

In Rheinfelden wird der Rhein gequert. Erste Attraktion in der Schweiz ist Augusta Raurica, dies war eine große Römerstadt. Die Überreste in Augst sind meist in heutigen Wohngebieten. Zu sehen ist unter anderem Museum, Theater, Römerhaus und Tierpark. Die Siedlung wurde vor 2000 Jahren von den Römern gegründet und hatte bis zu 15000 Einwohner. Vom 1. bis zum 3. Jahrhundert hatte Augusta Raurica alles, was zum römischen Leben gehört: Theater, Amphitheater, Hauptforum, kleinere Foren, einen Aquädukt, Tempel sowie öffentliche Bäder.

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Bei Basel steht dieser riesige Dinosaurier aus Beton.

In Basel steht der berühmte Münster und es gibt diverse Museen: Schweizerisches Museum für Papier, Schrift und Druck, Museum für Gegenwartskunst, Karikatur & Cartoon Museum, Musikmuseum, Jüdisches Museum der Schweiz und Feuerwehrmuseum – um nur einige zu nennen. Dann geht es durch ein Industriegebiet aus Basel heraus, nach einigen Kilometern in Frankreich wird die Rheinbrücke nach Weil gequert, danach verläuft die Strecke beschaulich am Fluss bis Neuenburg. Ab dort radelt man weiter durch kleinere Orte bis Freiburg – auch diese Stadt hat ein berühmtes Münster und viele interessante Museen. Die historische Innenstadt ist eine Besichtigung wert. Putzig sind die kleinen Bäche in den Fußgängerzonen.

Unsere Route führt ab Freiburg am Fluss Dreisam entlang ganz sachte bergan durchs Dreisamtal bis Kirchzarten. Ab dort geht es mit dem Zug bis Kirchzarten – damit werden einige 100 Höhenmeter überwunden. Von Kirchzarten nach Hinterzarten kann man statt mit der Bahn per Rad fahren – allerdings gilt es dabei, 600 Höhenmeter auf 25 Kilometer Strecke zu überwinden.

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Das Freiburger Münster.

Ein Gedanke zu “Bruckmanns Radführer Schwarzwald mit Südschwarzwald Radweg

  1. Hallo Roland,

    da scheint eine Menge Arbeit und Liebe drin zu stecken! Schade, dass ich so weit weg wohne. Sonst hätte ich mir den Radführer gleich mal zugelegt.

    Viele Grüße aus Franken,

    Christof

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